Bericht Nr. 6

Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben "Oster" Gewässerbeschaffenheit und Nährstoffbilanz eines kleinen, technisch ausgebauten Fließgewässers

Kurzfassung:

Im vorliegenden Bericht werden erste Ergebnisse aus dem umfangreichen und langfristig angelegten Erprobungs- - und Entwicklungsvorhaben dargestellt. Gegenstand der Untersuchungen ist die Oster, ein kleines Fließgewässer im nordwestlichen Saarland mit AEO = 47,5 km² Projektgebiet. Die Oster war in der Vergangenheit technisch ausgebaut worden und ist bis heute stark durch Abwasser belastet. Ihr morphologisch - ökologischer Zustand musste als naturfern eingestuft werden.

Im Zusammenhang mit der naturnahen Umgestaltung eines ca. 4 km langen Oster - Abschnittes wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ein umfassendes wirtschaftliches Begleitprogramm gefördert. Damit sollen die Auswirkungen solcher Renaturierungen auf die Gewässerbeschaffenheit sowie auf die Biozönose im Gewässer und in der Gewässeraue erstmals systematisch untersucht und quantitativ erfasst werden.

Im Rahmen dieses Begleitprogrammes wird die Gewässerbeschaffenheit (einschließlich des Grundwassers in der Aue) vom Fachgebiet Wasserbau und Wasserwirtschaft der Universität Kaiserslautern bearbeitet.

Außerdem sind beteiligt:

• Institut für Zoologie, Universität Saarbrücken: Gewässerbiozönose

• Büro für Landschaftsökologie, Nohfelden-Neunkirchen/Nahe, mit verschiedenen externen Fachleuten: Fauna und Flora in der Talaue

• Abteilung Bodenkunde, Universität Trier: Bodenkunde

Projektträger ist die Stadt St.Wendel.

Das wissenschaftliche Begleitprogramm gliedert sich in drei Hauptphasen:

• Hauptphase 1 (1990 - 93): Gewässer naturfern, stark belastet

• Hauptphase 2 (1995 - 97): Gewässer renaturiert, aber noch stark belastet

• Hauptphase 3 (ab 1999): Geringe Belastung nach Bau von Kläranlagen

Im vorliegenden Bericht werden die Ergebnisse der Untersuchungen zur Gewässerbeschaffenheit aus der Hauptphase 1 präsentiert. Daraus haben sich eine Fülle von Einzelergebnissen und Zusammenhängen ergeben, die sicher für eine breite Fachöffentlichkeit von Interesse sein dürften. Der Bericht zeigt aber auch die vielen Schwierigkeiten und Unsicherheiten bei der Erhebung, Aufbereitung und Interpretation von Gewässergütedaten in kleineren Fließgewässern.