Pressemeldung: Auf dem Weg zum Bauen 4.0

Die Digitalisierung ermöglicht die Optimierung von Bauprojekten und führt zu effizienten, kostentrans­parenten und termintreuen Bauabläufen. Building Information Modeling (BIM) bildet die Grundlage für die digitale Prozessunterstützung und Datenhaltung. Der nächste Schritt ist die Vernetzung und Inter­operabilität von Systemen, die automatisierte Fort­schritts- und Änderungskontrolle auf der Baustelle, und damit verbunden ein besseres Risikomanage­ment und proaktives Handeln durch automatisierte Umplanung bei gestörten Bauabläufen. Dies leistet das Konsortialprojekt „INFRA-BAU 4.0", initiiert von der Science and Innovation Alliance Kaiserslautern e.V. (SIAK).


Im Projekt bündeln die AG Robotersysteme (Prof. Karsten Berns) vom Fachbereich Informatik und das Fachgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft (Prof. Karsten Körkemeyer) an der TU Kaiserslautern ihre Kompetenzen. Ziel ist es, eine technische Umgebung zu schaffen, die das dynamische Anbinden verschie­denster, extrem heterogener Systeme ermöglicht. Dadurch soll eine kontinuierliche, (semi-)automati­sche Umplanung der Systemlandschaft basierend auf digitalen Daten ermöglicht werden. Das virtuelle Pla­nungsmodell (BIM) wird fortlaufend durch Live- und diskontinuierlich durch Ist-Daten aktualisiert, sodass Leistungswerte, Termine, Flächennutzungen und Kos­ten sowie das Bauwerksdatenmodell stets aktuell sind.
Folgende zentrale Bausteine des Ökosystems stehen im Mittelpunkt des Projekts:

 

•  Methodik zur Anbindung neuer Partner
•  Simulationskomponenten, um beispielsweise den Baufortschritt zu prognostizieren•  Dynamisch erstellbare Dashboards, die eine ma­nuelle oder semi-automatisierte Umplanung ermö­glichen, falls diese nicht vollautomatisiert erfolgt
•  Kontinuierliche Prüfungsmechanismen, die die Rahmenbedingungen für die Umplanung schaffen
•  Eine prototypisch bereitgestellte offene Integra­tionsplattform für die Evaluierung - als „Kitt" zwi­schen den existierenden Systemen und Geräten im 1 nfrastru kturbau-ö kosystem

 

Das Konsortium - unter Führung des Beratungsun­ternehmens Drees & Sommer - umfasst 16 Partner aus Industrie und Wissenschaft. Die technische und wissenschaftliche Leitung obliegt dem Fraunho­fer-Institut IESE in Kaiserslautern. Die TUK und das Fraunhofer-Institut ITWM in Kaiserslautern überneh­men ebenfalls führende Rollen in den Arbeitspake­ten.


Der Fachbereich Informatik ist zuständig für die Ein­gaben zur automatisierten Umplanung und den Entwurf eines kontinuierlichen Prüfungsmechanismus für die Datenqualität und unterstützt beim Software­Ökosystem. Das Fachgebiet Baubetrieb und Bauwirt­schaft definiert die Anordnungsbeziehungen in der Ablauforganisation spezifischer Bauabläufe unter Einsatz digitaler Methoden.
Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Inf­rastruktur fördert das Projekt mit mehr als vier Mio. Euro. Die öffentliche Website wird demnächst online gehen: www.infra-bau.com

>>Prof Dr. Karsten Berns und Prof Dr. Karsten Körke­meyer, in Verbindung mit Fraunhofer IESE und SIAK