WasteWater2Packaging
Projektlaufzeit: 01/2026 - 12/2028
Bearbeitung durch: rewa
Bearbeitung: Cora Laumeyer, M.Sc., Prof. Dr.-Ing. Heidrun Steinmetz
Förderung: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Projektpartner: Arbeitsgruppe Prof. Thiel (RPTU), Arbeitsgruppe Prof. Stoeck (RPTU), Leibniz Institut für Verbundwerkstoffe (IVW)
Assoziierte Partner: Dienes Packaging GmbH, Karlsberg Brauerei GmbH
Unterstützt durch: Stadtentwässerung Kaiserslautern A.ö.R.
In WasteWater2Packaging werden Reststoffe durch gezielte Behandlung mit selektierten Mischkulturen in einem biotechnologischen Verfahren zu Biokunststoffen und somit wertvollen Rohstoffen gewandelt. Dies bildet die Grundlage für die anschließende Herstellung marktfähiger biobasierter Kunststoffe. Dieser Ansatz passt hervorragend zur Zielsetzung der Forschungsinitiative Waste2Value indem in der Region gebündelte Kompetenzen im Bereich Kunststoffe und Verbundwerkstoffe mit der auf dem Einsatz von Mikroorganismen basierenden weißen Biotechnologie verknüpft werden.
Auf dieser Basis werden „vom Reststoff zum Biokunststoff“ Prozesse entwickelt und in Demonstratoren validiert und biobasierte Kunst- und Verbundwerkstoffe hergestellt und optimiert sowie Kunststoffe unter stofflicher Nutzung in Ausgangsprodukte für die erneute Herstellung hochwertiger Produkte recycelt. Damit adressiert das geplante Projekt drei wesentliche Innovationspfade der Ausschreibung und wird sowohl die Ausnutzung der Rohstoffe verbessern als auch durch die zusätzlichen Erlöse die häufig noch zu hohen Kosten biobasierter Werkstoffe durch den Einsatz von Abfällen und Abwasser als Ausgangssubstrat senken.
Weiterhin werden die folgenden positiven Wirkungen und Verbesserungen aus dem Projekt erwartet:
• Nachhaltigkeit: Nutzung regionaler Reststoffe als Rohstoff für die Biosynthese von Polyhydroxyalkanoaten (PHA) sowie Herstellung biologisch abbaubarer
Kunststoffe aus regenerativen Rohstoffen.
• Strukturwandel: Entwicklung kommunaler Kläranlagen von Entsorgungs- zu Ressourcenzentren durch die stoffliche Verwertung von Kohlenstoff sowie Stärkung der regionalen Kunststoffindustrie: Erlangung von Wettbewerbsvorteilen durch Herstellung nachhaltiger Kunststoffprodukte und Entwicklung von Verfahren zum kombinierten Recycling von konventionellen- und Biokunststoffen.
• Wertschöpfung: Sehr hoch aufgrund der Nutzung von Abfällen und Abwässern, für die ansonsten kein bzw. nur ein geringer ökonomischer Nutzwert bestehen würde.
• Rohstoffsicherheit: Unabhängigkeit von fossilen Quellen auch aus politisch instabilen Ländern und Reduzierung von langen Transportwegen.
• Bewusstseinswandel der Kunststoffverarbeiter: Verwendung erneuerbarer Stoffströme anstelle fossiler Rohstoffe. Hindernisse zur Nutzung neuartiger Materialien werden überwunden.
• Alleinstellungsmerkmal: Erstmalige Abbildung der gesamten Verfahrenskette vom Reststoff bis zum Kunststoffprodukt.
Trotz des regionalen Fokus, gehen die Prozesse und das Anwendungspotenzial weit über das regionale Konsortium hinaus und werden überregional und international Anwendungen finden. Als größter Markt eignet sich hierbei die Verpackungsindustrie (insbesondere nicht-Lebensmittel Verkaufsverpackungen), die größtenteils fossilbasierte Standardkunststoffe verarbeitet.

