Fachgebiet Vermessung

Bestandsaufnahme Wörschweiler

In der Nähe von Homburg/Saar steht auf einem Höhenplateau die Ruine des ehemaligen Zisterzienserklosters Wörschweiler. Als Priorat der Benediktinerabtei Hornbach gegründet, wurde 1131 die erste Abteikirche geweiht. 1171 erfolgte die Umwandlung in ein Zisterzienserkloster als Filiation des Klosters Weilerbettnach in Lothringen. In diesem Zusammenhang wurde mit dem Neubau einer Abteikirche im Osten begonnen, deren Weihe 1189 stattfand. Nach Aufhebung des Klosters 1558 durch den Herzog von Pfalz-Zweibrücken wurde die Klosteranlage 1614 durch einen Brand zerstört; seit dem befindet sich die Anlage im ruinösen Zustand. Nach Veräußerung des Klosterberges an Privateigentümer fanden zwischen 1872 und 1880 erste Freilegungs- und Sicherungsarbeiten durch den damaligen Besitzer Georg Lilier statt. Unter der Leitung von Prof. J. A. Schmoll gen. Eisenwerth führte das Kusthistorische Institut der Universität des Saarlandes 1954 bis 1958 bauarchäologische Untersuchungen durch. Im selben Zeitraum wurden umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Die jüngsten Sicherungsmaßnahmen erfolgten 1993-94 mit der Instandsetzung der südlichen Hangmauer und 2005 der südlichen Seitenschiffwand; gleichzeitig mussten einsturzgefährdete aufgehende Ruinenteile der Westwand und des Südquerhauses der ehemaligen Abteikirche abgesperrt werden. 2007 fanden erste gemeinsame Gespräche mit dem Eigentümer, der Stadt Homburg und dem Saarländischen Landesdenkmalamt über mittel- und langfristige Erhaltungsmaßnahmen an der Klosterruine statt.

Vor diesem Hintergrund werden in Teilbauabschnitten Sicherungs- und Konservierungsmaßnahmen an der Klosterruine durchgeführt. Als planerische Grundlage wurde im Rahmen einer Studienarbeit (Vertiefung im Fach Denkmalpflege) im vergangenen Wintersemester das Erhaltungskonzept (Bauaufnahme, Schadenskartierung und Maßnahmenkatalog) für die Ruine der ehemaligen Abteikirche erarbeitet. In der kommenden Kampagne soll das Erhaltungskonzept für den zweiten Teilbauabschnitt, den Bereich zwischen südlichem Querhaus, Kapitelsaal und Novizenhaus, bearbeitet werden.

Die Bearbeitung dieses Projektes findet im Rahmen der Vorlesung Denkmalpflege, in Kooperation der Fachgebiete Geschichte und Theorie der Architektur und Vermessung/Kartographie, statt. Die messtechnische Aufnahme vor Ort hat dieses Jahr in der Zeit vom 29.09 bis zum 02.10.2008 stattgefunden und wird derzeit ausgewertet. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an die Lehrgebiete Vermessungskunde bzw. Geschichte und Theorie der Architektur.

 

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